Was der Regler steuert

Bevor auch nur ein Umriss gezeichnet wird, wählt das Nachzeichnen eine kleine Auswahl flacher Farben für dein Bild. Es schaut dabei nur auf das volle Innere von Formen, nicht auf ihre weichen Kanten, fasst diese Pixel zu Farben zusammen, verschmilzt Farben, die praktisch gleich sind, und nimmt kleine, aber klar unterschiedliche Farben wie eine dünne Kontur oder einen Akzentpunkt wieder auf, solange der Regler es zulässt. Der Regler ist das Maximum: „Farben, bis zu 8“ heißt höchstens acht, und ein Logo mit fünf Farben kommt mit fünf zurück.

Danach bekommt jedes Pixel eine dieser Farben. Ein Pixel an einer Kante wird zwischen den beiden Farben links und rechts dieser Kante entschieden – der Übergang zwischen einem schwarzen Buchstaben und einem weißen Hintergrund wird also nie zu einem eigenen Grau. Jeder zusammenhängende Bereich einer Farbe wird zu einem <path> mit dieser Farbe als Füllung: Das SVG ist nach Objekten gruppiert (der Hintergrund zuerst), und innerhalb jedes Objekts sind die Formen danach verschachtelt, was was umschließt – jede Form ein eigener Pfad.

Der Regler bedeutet also eigentlich „wie viele unterschiedliche Füllungen das Ergebnis haben darf“. Er regelt weder Schärfe noch Detailgrad.

Die Startwerte der Voreinstellungen

  • Standard: 8
  • Cricut / Vinyl: 4 (und „Hintergrund entfernen“ wird eingeschaltet)
  • Strichzeichnung / Schablone: immer 2, schwarze Tinte und weißes Papier; der Regler ist ausgeschaltet, solange diese Voreinstellung gewählt ist
  • Detaillierte Grafik: 16

Bei „Standard“, „Cricut / Vinyl“ und „Detaillierte Grafik“ kannst du den Regler nach der Wahl der Voreinstellung verschieben; der Bereich reicht von 2 bis 24.

Eine Methode, die funktioniert

  1. Benenne die Farben. Schau dir das Bild an und liste die unterschiedlichen Füllungen auf, die du siehst. Ignoriere geglättete Kanten und JPEG-Rauschen – das sind keine Farben, die du haben willst.
  2. Zähl eine für den Hintergrund dazu, wenn er deckend ist und du ihn nicht entfernst.
  3. Stell diese Zahl ein und wandle um. Vorschauen sind kostenlos.
  4. Lies den Farbstreifen im Ergebnis. Sind zwei Füllungen von deiner Liste zu einer geworden, geh eins höher. Taucht eine Füllung auf, die nicht auf deiner Liste steht und fast wie eine andere aussieht (zwei leicht unterschiedliche Rottöne), geh eins tiefer.
  5. Lies die Palette, nicht die Zahl der Pfade. Das Ergebnis ist nach Objekten gruppiert, und jede Form ist ein eigener Pfad – ein Bild hat also meist mehr Pfade als Farben. Stell in den Einstellungen Ebenen auf Nach Farbe, wenn du genau einen Pfad pro Farbe willst.

Was an den Extremen passiert

Zu niedrig. Benachbarte Füllungen verschmelzen: Ein Dunkelblau und ein Schwarz werden zu einer schwarzen Form, und ein hellgrauer Glanzpunkt verschwindet im Weiß. Bei einem Foto ergeben 2–4 Farben den Poster-Look – manchmal genau das, was du für eine Schablone willst.

Zu hoch. Bei flachen Grafiken meist gar nichts: Die Palette hört bei den Farben auf, die das Bild hat, daher liefern 8 und 16 dasselbe Ergebnis. Bei einem verrauschten JPEG kann sich eine große Fläche gelegentlich in zwei sehr ähnliche Töne aufteilen. Bei schattierten Grafiken und Fotos ist jede zusätzliche Farbe ein weiteres Band – die Datei wird größer und die Bänder werden schmaler.

Sechs flache Icons, nachgezeichnet mit 2, 4, 8 und 16 Farben: Bei 2 fehlt das Korallenrot und das Papier ist rosa geworden; bei 4, 8 und 16 sind die Ergebnisse gleich

Sechs unserer Anleitungs-Icons mit vier flachen Farben (Blau, Marineblau, Korallenrot und weißes Papier), nachgezeichnet mit 2, 4, 8 und 16 Farben (von links nach rechts, von oben nach unten). Bei 2 verschmilzt das Korallenrot und färbt das Papier ein; bei 8 und 16 hört die Palette bei den 4 Farben auf, die das Bild hat, und alle drei ergeben dieselben 29 Pfade.

Sonderfälle

  • Zweifarbige Logos auf transparentem Hintergrund: 2. Transparente Pixel zählen nie als Farbe.
  • Illustrationen mit Schattierungen: Die 16 der Voreinstellung „Detaillierte Grafik“ sind ein guter Start, aber rechne mit sichtbaren Bändern, wo ein Verlauf war. Wenn die Bänder in Ordnung sind, aber die Töne nicht stimmen, färbst du die Bänder danach im SVG-Editor um.
  • Screenshots oder UI-Mock-ups: Oft funktionieren 8–12, weil sie schon flach sind; Text wird als Formen nachgezeichnet, nicht als bearbeitbare Schrift.
  • Fotos: Siehe die Anleitung dazu, warum Fotos wie Poster aussehen; die Farbanzahl ändert, wie viele Bänder du bekommst, nicht ob Bänder entstehen.

Löcher und Überlappungen

Ein Loch – das Innere eines Rings oder eines Buchstaben „O“ – bleibt bei beiden SVG-Füllregeln offen, auch in Programmen, die die Füllregel der Datei ignorieren. Du musst die Farbanzahl nicht erhöhen, damit ein Loch „erkannt“ wird.

Die Farben werden nach Fläche gestapelt, die größte zuerst. Wo eine kleine Füllung komplett in einer größeren liegt – ein weißer Stern auf einem blauen Abzeichen –, wird die größere Farbe darunter vollflächig gezeichnet und die kleine Füllung liegt obendrauf. Außerdem reicht jede Farbe ein kleines Stück unter die Farben, die über ihr gezeichnet werden, damit an den Nahtstellen kein Hintergrund durchscheint. Deshalb lässt sich ein zweifarbiges Abzeichen auf Weiß mit 3 Farben nachzeichnen und sieht trotzdem richtig aus.